Vor 90 Jahren: Die ersten Züge dampfen durchs Tetterweintal

Werner Pöllmann, Markneukirchen
Vogtlandanzeiger 20. September 1996
ADORF. – 1865 ist ein wichtiges Jahr der Eröffnung von Eisenbahnen im Gebiet, wo Sachsen, Böhmen und Bayern
Bahnhof Adorf Bild2 Am Bahnsteig 5 des Adorfer Bahnhofs erinnerte (2002) noch ein Prellbock ohne Gleis an den Endpunkt der Eisenbahnlinie Asch-Roßbach-Adorf.
Foto: Thomas Schindel
aufeinandertreffen. Einerseits wurde von der Königlich Sächsischen Staats-Eisenbahn die Linie Reichenbach-Eger in Betrieb genommen, die in Herlasgrün von der Strecke Leipzig – Hof abzweigte und über Falkenstein, Oelsnitz, Adorf nach Brambach führte.

Zum anderen eröffnete die private Bayerische Ostbahngesellschaft die Verlängerung ihrer Strecke Weiden – Mitterteich, die schon ein Jahr in Betrieb war, über Waldsassen bis Eger.

Gleichzeitig wurde die von der Königlich Bayerischen Staats-Bahn gepachtete Kommunalbahn der Stadt Hof von Oberkotzau, an der Bahn Hof-Bamberg-Nürnberg gelegen, über Selb-Plößenberg und Asch nach Eger dem Verkehr übergeben.

Sowohl der Bahnhof Asch als auch der Bahnhof Adorf (Vogtl.), um deren Verbindung es hier gehen soll, haben also ihre Funktion zur gleichen Zeit aufgenommen.

Zwanzig Jahre später, am 27. Juli 1885, war die 15 Kilometer lange Strecke Asch-Roßbach der Oesterreichischen Local-Eisenbahn fertiggestellt. Diese private Bahnlinie begann im Anschluß an die bayerische Strecke Eger-Hof unmittelbar neben der böhmischen Grenzstation Asch, die damals die Zusatzbezeichnung "Bayerischer Bahnhof" erhielt, in 645 Meter Höhe.

Die führte über die Stationen Asch-Stadt, Asch Hofer Straße, Schönbach, Neuberg, Thonbrunn-Friedersreuth (611 Meter) bis zur vorläufigen Endstation Roßbach (590 Meter).
Bahnhof Adorf Prellbock 1906 kamen hier am "Böhmischen Stutzen" des Adorfer Bahnhofs die ersten Züge auf der neu gebauten Strecke an
Foto: Thomas Schindel
Erst im Juni 1896 wurde in Wien der technische Bericht zum Bau einer normalspurigen Localbahn von Roßbach nach Adorf vorgelegt.

Der sächsisch-österreichische Staatsvertrag für diese Bahn wurde am 27. November 1898 abgeschlossen. Das Königreich Sachsen sollte an den Kosten beteiligt werden.

Weiterhin war vorgesehen, von der bereits vorhandenen Bahnstrecke kurz vor dem bisherigen Bahnhof Roßbach nördlich abzuzweigen und 11,578 Kilometer Gleis rechts am Tetterweinbach entlang zu verlegen.

Die ganze Strecke von Asch Bayr. Bahnhof würde dann auf 25 Kilometer anwachsen, bei Leubetha im Elstertal auf die Sächsische Staatsbahn treffen und mit dieser parallel 1,9 Kilometer bis Adorf führen.

Roßbach sollte beim Kilometer 15,6 einen neuen Bahnhof bekommen, etwas näher am Ortskern als der alte, der aufzulassen geplant war.

Auf sächsischer Seite sollten zwei Stationen entstehen, Arnsgrün-Gettengrün beim Kilometer 18,5 und Freiberg beim Kilometer 21,6. Ein größerer Bahndamm mit einer Brücke über den Fluß war in der Elsteraue nötig.

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